Wiedersehen in Red Oak Mountain


Red Oak Mountain 1


Olivia Harrison hat ihr Kunststudium, ihre Freunde und ihre Familie zurückgelassen, um mit ihrer kleinen Tochter Mayla ein neues Leben im beschaulichen Red Oak Mountain in Iowa zu beginnen. Ihr Wunsch von einem eigenen Atelier ist dadurch in unerreichbare Ferne gerückt. Trotz nächtlicher Alpträume und Schlafmangel schafft sie es, ihre Vergangenheit vor ihren neuen Freunden geheim zu halten. Sie trifft sich sogar mit dem charismatischen Surfer Nat, obwohl seine Zuneigung sie zunächst ängstigt. Doch dann erfährt Olivia durch einen Anruf, dass ihre Großmutter gestorben ist. Um ihren Bruder zu unterstützen, muss sie in ihre alte Heimat zurück, wo sie ihrer Vergangenheit nicht länger entkommen kann …

Leseprobe

EINS



Ich hasste Freitage. Und mehr als Freitage hasste ich Freitage,an denen es regnete.

  Ich starrte aus den bogenförmigen Fenstern des Hill. Beobachtete, wie die Tropfen an der Scheibe zerplatzten. Damals im Krankenhaus hatte ich den Regen beobachtet. In schnellem Tanz waren die Tropfen auf die Fenster gefallen, so wie meineTränen auf Dads leblosen Körper.

       »Liv-Babe, die Bestellung?«

       Roux wedelte mit seiner Hand vor meinem Gesicht herum. Ich blinzelte. Was genau hatte Tisch drei eben bestellt? Seufzend griff er meinen Block.

   »Zwei Latte, einen Milchkaffee und dreimal Apfelkuchen, einmal ohne Sahne. Hol du den Kuchen.«

   Ich zwang mich, den Blick von der regennassen Scheibe zulösen. Alles andere als leicht. Einen Moment lang glaubte ich, sein Gesicht in der Scheibe zu sehen. Tote Augen, die ins Nichts starrten. Seine Hände waren nicht mehr dieselben gewesen. Nichts von ihm war da gewesen.

   Während Roux den Macchiato und den Kaffee zubereitete, hob ich den Kuchen aus der Anrichte. Die Stücke waren schon zerteilt, alles, was ich tun musste, war, sie auf die Teller zuheben. Das zweite Stück landete auf dem Boden. Diese leckere Apfeltorte, zermatscht auf den Fliesen. Ich schloss die Augen und versuchte, die Tränen wegzublinzeln. Zu spät.

    Ich zuckte zusammen, als seine Hände sich um meine Taille legten. Ohne ein Wort wurde ich zur Seite gehoben. Roux brachte die Bestellung zum Tisch, der einzige, der besetzt war.

     »Geht's?«

   Ich konnte nicht aufhören, das zermatschte Stück Kuchenanzusehen.»Ja.«

    »Lügnerin.«

   »Besserwisser.«

   Der Kuchen landete im Mülleimer, dann schob sich sein Gesicht dicht vor meins. »Du solltest Schluss machen.«

   Ein Blick auf die Uhr über der Eingangstür verriet, dass meine Schicht noch eine Stunde und vier Minuten ging. Ich griff nach dem Wischlappen in der Ecke und begann, den Boden zu säubern. »Ich muss noch arbeiten.«

   Roux zog mir den Lappen aus den Fingern. »Es ist nix los.Ich schaff den Rest alleine.«

  Ein zweites Mal schruppte ich über die Fliesen. Sicher war sicher. Wenn jemand kam, um die Hygienevorschriften zukontrollieren, sollte Tyler keinen Ärger bekommen. Ich mochte das Hill, und ich mochte den Job, den ich tat. Ich verdiente nur wenig, war nicht versichert; doch diese wenigenTage in der Woche taten mir gut.

   Mit einem Griff entwandte Roux mir den Lappen und hielt ihn nach oben. Das Grübchen in seinem Gesicht vertiefte sich. »Ein Vorschlag: Sag mir, was in deinem süßen Köpfchen vor-geht ,und ich lass dich zu Ende arbeiten. Oder eben nicht.« Der nasse Lappen hinterließ dreckige Tropfen auf den frisch geputzten Fliesen. Ich sprang hoch und griff danach, aber er schüttelte den Kopf.

   »Vergiss es.«

   »Du bist ein Arsch.«

   »Aber ein verdammt heißer Arsch.«

  »Ansichtssache.« Ja, er war süß, und er war attraktiv. Die Frauen flogen auf ihn. Und wie sie auf ihn flogen. Vermutlich war es die Mischung aus seinem ausgeprägten Selbstbewusstsein, der milchkaffeebraunen Haut und seinem verschmitzten Grübchenlächeln, die die Frauen reihenweise um den Verstand und in sein Bett brachte. Aber das zuzugeben würde sein Ego explodieren lassen. Roux war auch so schon auf genug Wolken unterwegs. In Anbetracht der Tatsache, dass wir zusammenarbeiteten und quasi zusammenlebten, war das eine wirksame Art der Selbstfürsorge


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Eine berührende Geschichte, um eine junge Frau mit einer tragischen Vergangenheit, die versucht sich und ihre Tochter zu schützen.

Eine Leserin

Die Geschichte an sich ist spannend, dramatisch und emotional. Es gibt auch einige wenige actionreichte Momente. Auch wenn die Geschichte eine eher traurige, düstere Grundstimmung aufgrund der Vergangenheit der Protagonistin hat, gibt es doch noch Gutes in ihrem Leben, was sie aufrecht hält. Das ist bewundernswert und zeigt, wie viel Kraft in ihr steckt. Obwohl erst nach und nach die Gründe für Olivias Verhalten aufgedeckt werden und Licht in ihre Vergangenheit kommt, konnte mich das Buch von Beginn an fesseln und mitreißen.

Eine Leserin

Eine wirklich traurig-schöne Geschichte die bewegt und zeigt wie stark Freundschaft sein kann. Ein wirklich gelungenes Debüt und ich hoffe mehr aus der Feder dieser Autorin lesen zu dürfen.

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